Ein Entwurf unseres Mitglieds Matthias B. für einen queeren Erinnerungsort auf dem Altstädter Klosterplatz: Das stilisierte „Q” für queer/Queere bietet neben dem Gedenk-Charakter auch einen erwünschten praktischen Nutzen als Sitzbank. Die Regenbogen-Fläche weist einen QR-Code auf, der Interessierte auf eine Webseite mit weiteren Informationen zum Thema leitet.
Vorbild Mainz
Der Mainzer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 13. Februar 2019 einstimmig beschlossen, Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit in Mainz verfolgt wurden, einen Ort der Erinnerung zu geben. Auf Grund der durch die Justiz erfolgten Verurteilungen von schwulen Männern des § 175 StGB sowie der in einzelnen Fällen ebenfalls erfolgten Einweisung von lesbischen Frauen und transidenten Menschen in die Konzentrations- bzw. Vernichtungslager lädt nun eine neue Stele im Rahmen der Reihe „Historisches Mainz“ zum Gedenken an alle genannten Opfergruppen ein. Gleichzeitig stellt sie einen Bezug zu der Beibehaltung des § 175 StGB in der Nachkriegszeit her. Die Gedenkstele ist die erste Stele in Deutschland, mit der allen Opfern mit LSBTIQ-Hintergrund gleichzeitig gedacht wird. Sie hebt die Erinnerung an ihr Leiden und Sterben hervor und wurde gemeinsam vom Land Rheinland-Pfalz und von der Landeshauptstadt Mainz gestiftet. Wir wollen darüber diskutieren, ob eine ähnliche Initiative auch in Bielefeld denkbar und gewünscht ist. Joachim Schulte ist seit 1978 vielfältig aktiv in der Schwulenbewegung. Seit 2005 ist er Sprecher des Netzwerks QueerNet Rheinland-Pfalz. An der Entwicklung und Umsetzung der Erinnerungsstele in Mainz war er von Beginn an beteiligt und kann uns somit aus erster Hand informieren.
Die Umgestaltung des Klosterplatzes als Chance
Das Projekt eines queerer (Erinnerungs-)Ortes für Bielefeld nimmt jetzt Formen an: Für die Umgestaltung des Klosterplatzes in der Bielefelder Altstadt hat die AG Queere Geschichte Bielefeld Entwürfe für einen Erinnerungsort an diesem prominenten Platz vorgelegt. Derzeit befindet sich die AG mit Unterstützung weiterer queerer Gruppen – so auch von den SilverGays Bielefeld – im Gesprächen mit Mitgliedern des Rates der Stadt Bielefeld, der Bezirksvertretung Mitte und den beteiligten Behörden. Dabei soll geklärt werden, welche Möglichkeiten bestehen, den Ort queeren Erinnerns in die gegenwärtige Planung zur Neugestaltung des Klosterplatzes zu integrieren. Vertreter*innen des Bezirks Mitte habe grundsätzlich ihre Zustimmung signalisiert.
Joachim Schulte ist seit 1978 vielfältig aktiv in der Schwulenbewegung. Seit 2005 ist er Sprecher des Netzwerks QueerNet Rheinland-Pfalz. An der Entwicklung und Umsetzung der Erinnerungsstele in Mainz war er von Beginn an beteiligt und kann uns somit aus erster Hand informieren.
Veranstalende: BIE Queer e.V., Schwule 50 plus, SchwuR Uni Bielefeld, Arbeitskreis „Queere Geschichte“